Winterthur-Seen

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Estlandreise des Natur-und Vogelschutzvereins Winterthur – Seen vom 12. bis 20. Mai 2012


Leitung: Peter Schadegg (perfekte Vorbereitung), Andreas Weber (beeindruckende, sympathische Gesamtleitung), Bert Rähni (umsichtiger, Estnischer Reisebegleiter): ein Traumteam unterwegs mit einer harmonischen Gruppe des NVVWS

Unsere Reise begann in Tallinn und endete in Riga. Dazwischen lagen Tage mit tollen Beobachtungen in Traumlandschaften wie Mooren, Sümpfen, Kiefern- und Birkenwäldern und schier endlosen Wacholderflächen.
Die Bilanz unserer Liste: 170 Vogelarten, immer wieder Elche, Marderhunde, Wildschweinrotten, verschiedene Amphibien und Schlangen, Libellen, Raupen und aufregende Bärenspuren

Highlights waren Habichtskauz, Ziegenmelker, Schreiadler, Weissrückenspecht, Trauerente, Karmingimpel, aber auch viele andere. Die ganze Zeit begleiteten uns der Gesang der Feldlerche und der Ruf des Kuckucks, oft im Terzett.

1. und 2. Tag
Unsere Reise begann mit einer spannenden Stadtführung in Tallinn, der aktuellen Kulturhauptstadt. Sie ist die intakteste mittelalterliche Stadt in Europa. Gegen Abend fuhren wir nach Pedase im Nordwesten des Landes. Unser Hotel liegt in unmittelbarer Nähe der Ostsee. Schon während der Abendführung entzückten uns der Schnepfenstrich, Seeschwalben, Singschwäne und ein zauberhafter Sonnenuntergang. Frühmorgens kamen hunderte von Eisenten dazu, ein Gelbschnabeltaucher und diverse Limikolen und Singvögel.

Schon ging’s weiter zum einmaligen Schauspiel der Birkhahnbalz. Etwa 40 Birkhähne hüpften, tanzten, kämpften und flogen hin und her, auch auf die höchsten Bäume. Daneben stocherten diverse Limikolen in einem Teich, Wiesenweihen schaukelten durch die Landschaft, Wachtelkönige waren zu hören. Am Nachmittag fuhren wir ins Naturschutzgebiet Növa. Dort erwartete uns der Fischadler, das Weibchen brütend auf dem Horst. Botanisch war tagtäglich vieles zu bewundern. Der Schwerpunkt lag immer wieder bei den Moor- und Sumpfpflanzen.

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3. Tag
Wir wechselten wir unseren Standort und fuhren nach Haapsalu, einem ehemaligen Kurort des Zaren und des Komponisten Tschaikowsky. Unser Hotel liegt unmittelbar an der Lagune. Ohrentaucher waren auf wenige Meter zu sehen, dazu verschiedene Taucher, Enten und Greife. Am Kap Pöösaspea leben Thunbergschafstelzen neben vielen andern spannenden Vögeln. Dann wechselten wir ins Naturschutzgebiet Silma auf der Halbinsel Noarotsi. Hier hörten wir den „Didgeridoo-Gesang“ der Rohrdommel, beobachteten Rothalstaucher, Libellen jagende Baumfalken, auch den Fischadler und Zwerg-, Mantel und Heringsmöwen. Auf dem Gut Lykholm konnten wir etwas über die Geschichte der untergegangenen Welt der Deutschbalten erfahren. Im Park sangen Karmingimpel („nice to see you“!) und Trauerschnäpper . Ein feines Mittagessen begleitet vom typischen Malz-Sauerteigbrot rundete das Ganze ab.

4. Tag
Uns erwartete ein maritimer Tag mit Frühstück auf der Fähre nach Hiumaa und einer weiteren Überfahrt nach Saarnaki auf einem schaukelnden, kleinen Motoboot. Es gab viel zu lachen und Duschen von Salzwasser, das gleich wieder trocknete. Eine Ringelrobbe räkelte sich an der Sonne, verschiedene Limikolen, Neuntöter, Braunkehlchen erwarteten uns in einer einmaligen einsamen Landschaft. Die Kasaribucht auf Hiumaa ist nur eine von vielen, unbeschreiblich schönen Küstenlandschaften.

   

5.Tag
Im verwilderten Park des verfallenen Herrenhauses „Vaike-Roude“ entdeckten wir ein Highlight nach dem andern: Weissrückenspecht, Zwergschnäpper, Pirol usw. Auch die Botaniker kamen auf ihre Rechnung. Bei den steinigen Feldern von Soo-Otsa fanden wir den Ortolan, der sich in bester Position auf einer Tannenspitze präsentierte.

Der 500 qkm grosse Matsalu-Nationalpark umfasst das riesige Delta des Flusses Kasari. Von Aussichtstürmen (in Haeska und in Pögari) aus beobachteten wir Elche, Weisswangengänse und Alpenstrandläufer neben vielen andern attraktiven Arten. Der Schilfrohrsänger präsentierte sich etliche Male.

6. Tag
An diesem Tag fuhren wir weiter nach Südwesten an die Rigaer Bucht. Unterwegs war der ersehnte Schreiadler zu sehen. Der Fluss mäandriert duch eine herrliche Kulturlandschaft. Vom Beobachtungsturm bei Kloostri blickten wir in ein unzugängliches Gebiet mit Elchen, verschiedenen Seeschwalben und anderen Seltenheiten. Am Abend erreichten wir das Hotel Leppanina, das direkt an der Rigaer Bucht liegt. Aus dem Hotelzimmerfenster sahen wir Singschwäne und Trauerenten. Der Abendspaziergang am Strand war romantisch und endete mit dem Gesang des Gartenrotschwanzes im Hotelpark.

7. Tag
Der Nationalpark Nigula-Moor ist ein riesiges Regenmoor. Hier brüten Bruchwasserläufer und Goldregenpfeifer. Beide entdeckten wir unter besten Bedingungen, ebenso brütende Sturmmöwen. Urwälder mit Baumriesen, Moorpflanzen, Traumstimmungen liessen uns oft wortlos staunen. Wir balancierten über glitschige Bretter, rutschten ab und zu in den Sumpf: Gleichgewicht war gefragt. Am Abend war die Suche nach dem Habichtskauz erfolgreich. Seinen Ruf werden wir wohl nie mehr vergessen. Dass mitten auf der Waldstrasse in fünf Meter Distanz ein Ziegenmelker sass und sich minutenlang nicht bewegte, war die Krönung des Abends. Bärenspuren liessen uns zusätzlich erschauern. Blitzschnell verschwanden Marderhunde im Dickicht.

   

8. Tag
Alte Fichten- und Kiefernwälder fanden wir in der Western Taiga. Immer wieder ein: „Lueg da, lueg det!“ In der Rigaerbucht fanden wir einen perfekten Abschlussreigen mit Weissflügelseeschwalbe, Rohrdommel, Zitronenstelze, Schafstelze, Dunklem Wasserläufer, Temminckstrandläufern, Rotschenkeln, Blaukehlchen und Grossen Brachvögel.

9. Tag
Wir fuhren über die Grenze nach Lettland und konnten als krönenden Abschluss in einer perfekten Führung Teile der Altstadt von Riga besuchen, in einem romantischen Restaurant essen und leider Abschied nehmen vom Baltikum. Wir kommen wieder!!

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