Winterthur-Seen

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Reise nach Ostungarn vom 7. bis 14. Mai 2016

Wir verbrachten eine Woche mit Wetterglück und herrlichen Beobachtungen in traumhaften Landschaften. Peter Baumberger hat die Reise perfekt vorbereitet und organisiert. Alles klappte wie am Schnürchen, natürlich auch dank unseres ungarischen Leiters János Világosi, den wir von früheren Reisen her bestens kannten.

Am ersten Tag fuhren wir von Budapest mit dem Bus nach Tokaj-Erdöbénje, wo wir 3 Nächte blieben. Gleich hinter dem Hotel lag ein Paradies mit Wachtelkönig, Schwarzkehlchen, Heidelerche, Wendehals, Wiedehopf, Pirol, Grauammer, Nachtigall, Sperbergrasmücke und Bienenfresser. Frühmorgens vor dem Frühstück tankten wir all die herrlichen Gesänge.

Der zweite und dritte Tag führten uns ins Tokaj-Zemplen Gebirge. Der Höhepunkt war oben in einem lichten Laubwald: Janòs liess uns unter den Bäumen zurück, trat allein ins Helle. Dann ging alles blitzschnell. Ein Habichtskauz stürzte sich auf ihn und erwischte ihn mit den Krallen - zum Glück nur oberflächlich am Hals. Die blutende Wunde musste vom Arzt behandelt werden. Trotzdem blieb uns Zeit, den majestätischen Vogel zu bewundern und zu fotografieren. Auf dem Abstieg hörten wir noch einen Halsbandschnäpper.

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Der Fluss Bodrog bildet ein einmaliges Auengebiet. Schon allein die Flora ist überwältigend. Wir reckten unsere Hälse zum Himmel, um den Kaiser-, See- und Schreiadler nicht aus den Augen zu verlieren. Ein Uhu in einem Steinbruch fixierte uns scharf, da er Junge mit den Flügeln zudeckte.

Der Besuch einer Tokajer Weinkellerei führte uns in die hohe Kunst der Oenologie ein. Wir kosteten verschiedene Weine, junge und alte.

Am vierten Tag fuhren wir Richtung Puszta und zu unserem zweiten Domizil in Debrecen. Im Nationalpark Hortobàgy erwartete uns ein Fülle von Arten: Trauer-, Weissbart- und Weissflügelseeschwalbe, Steinkauz, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Löffler und weitere Watvögel.

Tag für Tag folgte eine Überraschung der nächsten. An den grossen Fischteichen sahen wir Silber-, Seiden-, Purpur-, Nacht-, Kuh- und Rallenreiher aus nächster Nähe, dazu das Blaukehlchen, eine Rohrdommel und Zwergscharben. Eine Kutschenfahrt in die Puszta führte uns zu alten Haustierrassen und zeigte uns die Romantik des Lebens der Pusztabewohner. Hermann und Madeleine zeigten sich noch stolz hoch zu Ross.

In den südlichen Salzsteppen und Feuchtgebieten brütet der Würgfalke. Sogar eine Fütterung der Jungen konnten wir beobachten. Schwarzstirnwürger, Rotfussfalken, Blauracken und Schafstelzen ergänzten unsere Listen.

Die Stadt Debrecen war ein Zentrum der Reformation, wie wir auf einer Stadtführung erfahren konnten, früher sogar die Hauptstadt Ungarns. Wunderbare Zeugnisse früherer Jahrhunderte bezeugen das rege kulturelle Leben dieser Universitätsstadt.

Wir mussten Abschied nehmen und konnten vor dem Abflug noch einen Augenschein der jetzigen Hauptstadt nehmen. Prachtbauten links und rechts der Donau konnten wir von hoch oben überblicken. Regengüsse trieben uns unter Dächer und zurück zum Bus.

Noch lange werden die TeilnehmerInnen dieser Reise von den Weiten der Puszta, von den Sümpfen und den Wasserflächen träumen.

Wunderbare Vögel, violette Nachtkerzen, Segelfalter und eine optimale Gruppenstimmung lassen diese Woche nicht vergessen.

Brigitte Hofmann

 

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