Winterthur-Seen

Winterthur-Seen

 

Reisebericht Kerkinisee

 

Zeit: 02. – 10.03.2019
Unterkunft: Hotel Limneo, Chrysochorafa
Reiseleitung: Andreas Weber und Yiorgos Sidirakis
Organisation: René Brunner
Teilnehmerzahl: 11

1.Tag, Anreise

Mit dem Flieger von Zürich über Athen nach Thessaloniki, wo uns Andreas und George in Empfang nahmen. Mit den Kleinbussen ging es eine gute Stunde nordwärts bis zum Hotel. Nicos, der Besitzer, wies uns die Zimmer zu und begleitete uns kurz danach in eine nahegelegene Taverne zum ersten griechischen Znacht. Vor der Nachtruhe hatte uns Andreas gewarnt, dass die Güggel zu jeder Nachtzeit krähen, Hunde würden den Gesang begleiten. Dem war auch so, umso schöner, wenn man dann noch die Rufe des Steinkauzes hörte.

image1

 

2.Tag, Ostufer

Auf dem Damm ging es langsam von Süden nach Norden. Der Wasserpegel ist im Moment sehr tief, alles bereit für die Schneeschmelze. Zwergschwäne, verschiedene Gänsearten waren gut zu sehen, leider keine Zwerggans. Schelladler, auch helle Morphe, Kornweihe, Adlerbussard, Wanderfalke sowie die verschiedenen Wasserarten hielten uns auf Trab. Highlights waren für mich die lange Beobachtung des kleinen Sumpfhuhns und der Rohrdommel. Auf dem Rückweg konnten wir noch einen Schakal auf ca. 30m beobachten.

image2   image3

 

3.Tag, Seetag

Nicos hat uns versprochen, dass wir die Pelikane auf 80m sehen werden. Es ging gemütlich mit zwei Booten auf den See; es wurde gerudert, eine wunderbar entspannte Angelegenheit. Die Pelikane, Krauskopf und Rosa, kannten die Boote, auch, dass es ab und zu Fisch gibt. Wunderschön, die Tiere so nah zu sehen, eher 80cm als die versprochenen 80m. Verschiedene Entenarten plus Kormorane und Zwergscharben waren auch auf dem See. Über die Westseite ging es dann Richtung Hotel. Auf dem Damm konnten wir für längere Zeit eine europäische Wildkatze beobachten, für viele das Highlight des Tages.

 

 image4 image5 

4.Tag, Bergtag

Hinter der Nordküste des Sees erhebt sich das Kepkini ( Belles ) Gebirge. Über eine gut ausgebaute Kiesstrasse ging es auf 1100m. Yiorgos kannte einen schönen Schwarzerlen Wald. Hier suchten wir den Weissrückenspecht. Bunt-, Grün- und Kleinspecht fanden wir schnell, und am Schluss konnten wir den Weissrückenspecht auch noch wunderschön durch die Spektive beobachten. Gegen Abend ging es in einen Steinbruch, wo die Blaumerle zu Hause ist. Den Uhu haben wir an diesem Abend „nur“ gehört. Die erste Samtkopfgrasmücke hat Yiorgos auch noch gefunden.

 image6 image7 

5.Tag, am Meer

In der Nähe von Thessaloniki gibt es ausgediente Salinen, die wir besuchten. Flamingos und verschiedenen Reiherarten haben wir schnell gefunden, und ein Eisvogel zeigt sich wunderschön. Am Ende einer Saline wurde ein Fischadler entdeckt. Am Nachmittag waren dann noch unter vielen andern  Uferschnepfe, Alpenstrandläufer und Kiebitzregenpfeifer zu sehen, den Prachttaucher nicht zu vergessen. Die Möwen wurden genau angesehen und die Dünnschnabel- und die Schwarzkopfmöwe gefunden. Die Brandseeschwalbe war auch da.

 

6.Tag, Sidirokastro, Mount Orvilos

Auf der Burgruine Sidirokastro suchten und fanden wir den Felsenkleiber. Blaumerle und die erste Mönchsgrasmücke waren auch zu entdecken. Es war Markttag in Sidirokastro; der Wunsch nach einem Besuch kam auf. Danach ging es ins Tal des Mount Orvilos. Eine karge Landschaft erwartete uns. Für uns war es beinahe nicht zu glauben, dass in diesem Gebiet mit so viel Steinen die Äcker noch gepflügt werden. Ein guter Lebensraum für Lerchen: Feld- Hauben- und Kalanderlerche, alle wurden gesehen und gehört. Auf dem Rückweg ging es zu Fuss in ein kleines Tal, wo wir eine Zippammer entdeckten. An einem Steinbruch wurde vor dem Nachtessen Halt gemacht. Steinkäuze genossen die Abendsonne. Die Blaumerle zeigte sich, und einige der Gruppe haben auch den Mauerläufer gesehen. Das Abendessen wurde auf einem Hof mit Weinbau und Olivenanbau eingenommen. Nach interessanten Erklärungen gab es ein wunderbares Essen mit guten Weinen.

 image8 image9 

7.Tag, Ostufer

Nebel am Morgen, bis ca. 11 Uhr hatten wir wenig Sicht, danach begann wieder ein wunderbarer Tag. Weniger Glück hatten wir mit den Zwerggänsen; sie waren wieder sehr weit weg, und man konnte sie mit Hilfe von Andreas erahnen. Beutel- und Balkanmeise waren zu sehen. Die Rohrdommeln und das kleine Sumpfhuhn haben uns auch dieses Mal begeistert. Pfeif- und Knäckente waren immer wieder schön zu sehen. Andreas wollte nochmals in einen Steinbruch vor dem Abendessen; diesmal wurde unsere Geduld belohnt, alle haben den Uhu gesehen.

 image12

8.Tag, Bulgarische Grenze

Heute war ein Waldtag, nur ein Flüsschen trennte uns von Bulgarien. Schöne alte Baumbestände sind der Lebensraum von beinahe allen Spechtarten: Klein- und Mittelspecht konnten wir gut beobachten. Die Balkanmeise konnten diesmal alle ausgiebig hören und sehen. Auf einem Waldweg flog uns eine Fledermaus im Sonnenlicht entgegen. Alle waren so erstaunt, dass niemand ein Foto schoss. Es ging nochmals in den Steinbruch mit dem Mauerläufer, der sich nicht zeigte, dafür eine Alpenbraunelle. Auf der Burgruine Sidirokastro genossen wir das Abendlicht und Andreas entdeckte noch zum Abschluss zwei Heidelerchen.

 image10 image11 

9.Tag Heimreise

Am Morgen blieb uns noch ein wenig Zeit, um die Bucht in der Nähe des Flughafen zu erkunden. Schwarzkopfmöwen waren sehr schön zu beobachten. Yiorgos entdeckte dann noch 3 Sterntaucher.

Nun galt es Abschied zu nehmen von unseren tollen Reiseleitern Andreas und Yiorgos und die Heimreise anzutreten.

image13

Es hat wie immer sehr viel Spass gemacht mit Andreas Weber unterwegs zu sein. Yiorgos, der lokale Führer, und Andreas arbeiteten als Team, das sehr gut harmoniert. Unglaublich, was Yiorgos alles hört. Sympatisch auch Yiorgos Angewohnheit, nach dem Mittagessen einen Kaffee in einer Taverna zu trinken. Das haben alle geschätzt. Insbesondere haben wir dabei beim Bahnhof den Grauspecht während einer solchen Pause sehr gut beobachten können. Andreas konnte sein Versprechen, jeden Tag gibt es mindestens einen Steinkauz zu sehen, einhalten.

Mai 2019, René Brunner

head-geburtshelferkroete.png