Oerlinger Ried

Unser Naturschutzverein betreut das Oerlinger Ried seit über vierzig Jahren. Damals war das ehemalige Flachmoor komplett verbuscht. Auf Initiative von Steffen Gysel, unserem verstorbenen Ehrenmitglied, wurde das Ried gerodet und die Riedwiesen erholten sich. Kiebitz und Bekassine kehrten als Brutvögel zurück. 1984 wurden die Hecken ums Ried und Kopfweiden gepflanzt, Teiche gegraben und regelmässig bei der Mahd der Wiesen geholfen. Alljährlich fanden unter der Leitung von Steffen Gysel organisierte Arbeitstage statt. Schon damals war das oft fehlende Wasser ein Problem. Die zu tiefen Entwässerungsgräben und Drainagen entwässern das Schutzgebiet und sind bis heute ein ständiges Problem. 1992 wurde ein grösserer Teich gegraben, der aber ebenfalls oft nur wenig Wasser führt.  Zunehmend wurde die Riedvegetation von Goldruten, einem Neophyt, verdrängt. In den letzten Jahren wurde der Einsatz im Ried darum in Abstimmung mit der kantonalen Fachstelle Naturschutz um spezielle Einsätze gegen Neophyten erweitert. Aktuell brüten im rund 7 Hektaren grossen Schutzgebiet lediglich ein paar Rohrsänger und Rohrammern sowie einzelne Teich- , Bläss- und Wasserrallen – Alle anderen Feuchtgebietsarten sind verschwunden.

Als grösstes Riedgebiet im Weinland ist das Oerlinger Ried nun zum Glück auch der Fachstelle Naturschutz mehr Beachtung wert. Neben der Bekämpfung der Neophyten wurde darum im Herbst 2020 eine grössere Fläche am Torfstich abhumusiert, damit dort wieder vermehrt Riedvegetation wachsen kann. Vorübergehend wurden diesen Winter über 20 rastende Bekassinen beobachtet. Für die nächste Zeit ist geplant, die Wiese gegen die Autobahn zu vernässen und damit auch das Naturschutzgebiet massiv zu erweitern. Mit dem Verschluss der Drainagen und dem Verschieben des Hauptabflussschachtes wird auch das bestehende Ried vernässt. In einer ersten Etappe soll das Kulturland am Nordrand mit Lehmriegeln vor Vernässung aus dem Schutzgebiet geschützt werden. Später soll das Schutzgebiet um diese, dem Kanton gehörenden, Flächen erweitert werden. Das Schutzgebiet würde damit von heute 7 Hektaren auf 19 Hektaren erweitert. Aktuell werden die Arbeitstage von Karin Salm organisiert.

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